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Abschiedsgedichte

Der Abschied von einem geliebten Menschen ob vor einer Reise, einem Wegzug oder auch beim Tod dieses Menschen, gab schon immer Anlass für besondere Emotionen, die in gefühlvollen Abschiedsgedichten Ausdruck erhalten. Auf diese Weise mag der Schmerz des Abschieds gelindert werden. Ich habe hier zwei besonders schöne Gedichte von Franz Schubert und Rainer Maria Rilke aufgenommen, freue mich aber über weitere Anregungen von Ihnen.

Abschiedsgedicht Franz Schuberts an Franz von Schober August 1817:

Abschied

Lebe wohl, du lieber Freund!
Ziehe hin in fernes Land,
Nimm der Freundschaft trautes Band,
Und bewahr's in treuer Hand!
Lebe wohl, du lieber Freund!

Lebe wohl, du lieber Freund!
Hör in diesem Trauersang
Meines Herzens innere Drang,
Tönt er doch so dumpf und bang.
Lebe wohl, du lieber Freund!

Lebe wohl, du lieber Freund!
Scheiden heisst das bitt're Wort,
Weh, es ruft Dich von uns fort
Hin an den Bestimmungsort.
Lebe wohl, du lieber Freund!

Lebe wohl, du lieber Freund!
Wenn dies Lied dein Herz ergreift,
Freundes Schatten näher schweift,
Meiner Seele Saiten streift.
Lebe wohl, du lieber Freund!

Und Rainer Maria Rilke:

Abschied

Wie hab ich das gefühlt was Abschied heißt.
Wie weiß ichs noch: ein dunkles unverwundnes
grausames Etwas, das ein Schönverbundnes
noch einmal zeigt und hinhält und zerreißt.

Wie war ich ohne Wehr, dem zuzuschauen,
das, da es mich, mich rufend, gehen ließ,
zurückblieb, so als wärens alle Frauen
und dennoch klein und weiß und nichts als dies:

Ein Winken, schon nicht mehr auf mich bezogen,
ein leise Weiterwinkendes –, schon kaum
erklärbar mehr: vielleicht ein Pflaumenbaum,
von dem ein Kuckuck hastig abgeflogen.


Abschied

Ich wollte dir immerzu
Viele Liebesworte sagen;

Nun suchst du ruhlos
Nach verlorenen Wundern.

Aber wenn meine Spieluhren spielen,
Feiern wir Hochzeit.

- O deine süßen Augen
Sind meine Lieblingsblumen;

Und dein Herz ist mein Himmelreich;
Laß mich hineinschauen.

Du bist ganz aus glitzernder Minze
Und so weich versonnen . . .

Ich wollte dir immerzu
Viele Liebesworte sagen, -

Warum tat ich das nicht?

Else Lasker-Schüler (1869-1945)


Seit du von mir gefahren,
singt stets die Nachtigall,
ich denk bei ihrem Schall,
wie wir zusammen waren.
Gott wolle uns vereinen,
hier spinn ich so allein,
der Mond scheint klar und rein,
ich sing und möchte weinen.

Clemens Brentano (1778-1842) - deutscher Schriftsteller


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