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Wiegesprüche

Bei vielen der folgenden Sprüche, Gedichte oder Liedtexte sind die Autoren unbekannt.

Macht die Säge: siege-sage,
macht die wiege: wiege-wage.
Wiege-wage macht der Wind,
in der Wiege schläft mein Kind.

Eia popeia, was raschelt im Stroh?
Die Gänslein gehn barfuß
und haben kein' Schuh'.
Der Schuster hat's Leder,
kein' Leisten dazu:
drum kann er den Gänslein
auch machen kein' Schuh'.

Husche, husche, husche,
unsere Katz' heißt Musche,
unser Hund heißt Kunterbunt,
schlaf, mein Kindchen, schlaf gesund.

Stille, kein Geräusch gemacht!
Seid nun alle still,
weil mein Kindlein schlafen will.
Stille, kein Geräusch gemacht!

Schlaf, mein kleines Mäuschen,
schlaf bis morgen früh,
bis der Hahn im Häuschen
ruft sein Kikeriki.

Schlafe liebe Kleine,
die Kirchturmuhr schlägt neune
Lange schon ist Schlafenszeit
für die Kinder weit und breit.
Schlafe, liebe Kleine.

Eia popeia, ist das eine Not!
Wer schenkt mir ein' Heller
zu Zucker und Brot?
Verkauf ich mein Bettlein
und leg mich aufs Stroh,
sticht mich keine Feder
und beißt mich  kein Floh.

Eia popeia, was soll ich euch sagen,
Vater kauft einen goldenen Wagen,
ein' goldnen Wagen, sechs Schimmel drein,
und du, mein Bub, wirst Fuhrmann sein.

Gehorsamer Diener!
Was machen Ihre Hühner?
Legen sie brav Eier?
Hat die Magd auch Freier?
Was macht denn Ihr Hund?
Ist die Katze noch gesund?
Was macht der Herr Sohn?
Ist er auf und davon?
Sagt, ich laß ihn grüßen
vom Kopf bis zu den Füßen,
von den Füßen bis zum Bauch,
eine gute Nacht wünsch' ich auch.

Es regnet, es regnet,
es geht ein kalter Wind.
Da schlafen alle Vögelein
und auch die guten Kind.

Schlaf, Kindlein, balde!
Die Vöglein fliegen im Walde,
sie fliegen den Wald wohl auf und nieder
und bringen dem Kind den Schlaf bald wieder.
SChlaf, Kindlein, balde!

Will mich in mein Bettchen legen,
denn ich sehne mich nach Ruh',
decke, Gott, mit Deinem Segen
mich und meine Eltern zu.
Schicke Deine Engelein
in mein stilles Kämmerlein!

Tu die Äuglein zu, mein Kind,
denn draußen weht ein arger Wind.
Will das Kind nicht schlafen ein,
bläst er in das Bett hinein,
bläst uns alle Federn raus,
bläst endlich noch die Augen aus!

Schlaf, Kindel, in dem Kißchen!
Äpfel, Pflaumen und Nüßchen
Zuckerkuchen und Mandelkern
essen kleine Kindeln gern.

Nun geh' ich, lieber Gott, zur Ruh'
und schließe froh die Augen zu.
Für alles Gute Dank ich sag',
das du mir gabst an diesem Tag.
Weil du mein lieber Vater bist,
bleib bei mir, bis es Morgen ist.

Guter Vater im Himmel, Du,
meine Augen fallen zu,
will mich in mein Bettchen legen,
gib nun Du mir Deinen Segen,
lieber Gott, das bitt' ich Dich:
Bleib bei mir, und schütze mich!

In mein Bettchen leg' ich mich,
meinem Gott befehl' ich mich,
alle Abend, alle Morgen
wird er mich gewiß versorgen.

Schlaf, mein Waberl, in guter Ruh',
drück du deine zwei Äuglein zu.
Drück sie zu, mach's nimmer auf,
bis ich komm' und weck' dich auf.

Hör, mein Kindele, was soll ich dir singen?
Äpfel und Birn' soll der Vater mitbringen
Pflaumen, Rosinen und Feigen.
Mein Kindele soll schlafen und schweigen!

Schlaf, mein Kindchen, sieben Stund',
bis dein Vater wiederkummt.
Vater ist in'n Wald gegangen,
will dem Kindchen Vögel fangen.
Schlaf, mein Kindchen, sieben Stund'!

Jetzt leg' ich mich schlafen,
sechs Engel bei mir wachen,
zwei bei meinem Kopf,
zwei bei den Füßen,
zwei neben mein,
im Namen Gottes schlaf' ich ein.

Schaukel, schaukel, Wind,
ich schaukele mein Kind.
Muß es fein uns sachte wiegen,
könnt' sonst aus der Wiege fliegen.

Gott wiegt die Erde sanft und lind,
schlaf ein, schlaf ein, mein Liebes Kind,
verträume süß die Erdennacht;
in goldner Träume Sternenpracht
mag tiefer Friede um dich sein.
Gott wiegt so süß. Schlaf ein, schalf ein!

Wenn die Kinder schlafen ein,
wachen noch die Sternelein,
und es steigen Engelein
aus dem Himmel blau und rein,
halten dann die ganze Nacht
bei den frommen Kindern Wacht.

Schlaf, mein Kindchen, süße!
Ich wiege dich mit den Füßen,
ich wiege dich mit dem gelben Schuh.
SChlaf und tu die Augen zu!

Guten Abend, gut' Nacht,
mit Rosen bedacht,
mit Näglein besteckt,
schlupf unter die Deck'.
Morgen fürh, wenn Gott will,
wirst du wieder geweckt.

Wiegenlied

Schlaf und träume, liebes Kind,
träume, daß die heiligen Engel,
Kinder Gottes ohne Mängel,
deine Spielgesellen sind.

Schlaf und träume, liebes Kind,
daß die Kinder hier auf Erden
sterblich sind und Engel werden,
wen sie fromm gewesen sind.

Johann Wilhelm Ludwig Gleim (1719-1803)


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