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Christa Schyboll

Christa Schyboll, geb. 1952, in Sinzig, arbeitete als Presse- und Vorstandsassistentin sowie als Redakteurin im Bereich Eventmanagement/Öffentlichkeitsarbeit. Nebenberuflich engagierte sie sich in diversen gesellschaftlichen Gruppen (u. a. Friedenspolitik und Ökologie) und wirkte 25 Jahre als Kriegsdienstverweigerungs-Beraterin. Sie arbeitet heute als freie Autorin und schreibt Romane, Sachartikel, Lyrik, Kurzgeschichten, Satiren, Kolumnen und Aphorismen. Folgende Bücher von Christa Schyboll sind erschienen:

Weitere Einzelwerke von Christa Schyboll (Artikel, Prosa, Lyrik, Zitate usw.) sind in über 50 Büchern anderer Autoren und diversen Anthologien veröffentlicht. Weitere biografische Angaben siehe www.christa-schyboll.de.

Eine Auswahl von Aphorismen von Christa Schyboll

Viele Frauen, die nicht so aussehen, wie sie aussehen möchten, sehen nur deshalb nicht so aus, weil ihr eigener Spiegelblick sie immerzu überkritisch anschaut.

Eine Frau spürt spätestens dann ihr Alter, wenn sie in Gedanken an ihre ehemalige Pfirsichhaut plötzlich Orangen assoziiert.

Wenn die Rückenflosse der "Bad News" auf dem See der Neuigkeiten auftaucht, stürzen sich die Reporter wie Haie selbst auf harmlose Bürger.

Stille ist der lautlose Herzschlag des Universums in deiner Seele.

Warum nur empfinde ich das systolische Pochen im Herzen eines langsam atmenden Waldes so gleichgeschaltet mit dem nur langsam steigenden Dax-Wert?

Der Rat eines Narren mit gutem Bodenkontakt kann klüger sein, als die Voraussage eines Analysten im Flieger zwischen London und Brüssel.

Weil das Unerwünschte nicht immer das Falsche ist, ist das Erwünschte deshalb auch nicht immer das Richtige.

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Manche Gelbliberale mit grünen Themen, die mit roten Finanzierungsvorschlägen voll ins Schwarze treffen wollen, erzeugen damit häufig nur Farbklecks, die nicht einmal einen weißblauen Hintergrund vertragen.

Mancher schwarzer Politiker ist mit dem Dunkel seiner Gesinnung so klar und hell in die Öffentlichkeit getreten, dass die dort geworfenen Schatten bräunliche Färbungen annahmen.

Manch grüne Politiker grünen sich nicht nur biodynamisch durch Parteienlandschaften und Wahljahreszeiten, sondern sprießen urplötzlich auch in Vorstandsetagen multinationaler Konzerne ins Un-Kraut.

Manch rote Politiker sind so rot in ihrer roten Gesinnung, dass man diese Art von Rot nur noch als schamloses rot bezeichnen kann.

Wendet sich im Land die kreative Wirtschaftsstimmung in eine kriegerische, so zieht damit tiefer Frieden in die Waffenlobby ein angesichts der neuen Entwicklungen.

Staatsgeschäfte prosperieren nicht selten in Zeiten kreativer Anspannung.

Wer sich mit Zwanzig als Frau ein gestaltmäßiges Trägheitsmoment wünscht, das ihr eine möglichst lange jugendliche Frische garantiert, stellt häufig mit vierzig fest, dass dieses Trägheitsmoment weniger die Gestalt als den Geist erfasst hat.

Wenn Ideen aus dem Schwarzen Loch der Ahnungen kriechen und nach Aufmerksamkeit rufen, sollte man sie zunächst einmal vertrauensvoll ins Helle neuer Gedankenüberlegungen ziehen, statt sie im Sack der alltäglichen Überforderung allzu schnell zu entsorgen.

Wenn sich die Gedanken erst einmal so verdreht haben, dass man damit edlen Wein entkorken könnte, ist nicht mehr ernsthaft damit zu rechnen, dass der Gedankenanalyse noch hieb- und stichfest zu vertrauen ist.

Manche Philosophen sind Menschen, die im Bemühen um absolut wahrheitsgemäße Antworten manch einen fragenden Zeitgenossen noch tiefer als bisher in die Irre führen.

Was vorher schon fehlt, kann nachher schlecht vorhanden sein.

Während sich im düsteren Wald des Unbewussten die helle Wahrheit oftmals verbirgt, zeigt sich in der Helle des klaren Tagesbewusstseins oft die Düsternis durch fehlerhafte Interpretation der Gedanken.

Für die übersättigten Gourmets der reichen Welt könnte das Knabbern an einem antiken Keks unter Umständen der letzte Kick für die verwöhnten Geschmacksknospen sein.

Wenn das Ich in seine kleinen Selbstsphären zersplittert, lässt es in der Kommunikation mit dem Du oft eine gewisse Irritation zurück.

Durch die seltsame Art von Attraktivität, die manch ein Wahlversprechen auslöst, subsummieren sich so manche Stimmen in Form von Verweigerung.

Mit unheilvoller Gleichgültigkeit werden nicht selten neue Gesetze verabschiedet, die die Gleichwertigkeit allen Seins nicht mehr gleich gültig erscheinen lassen, sondern gleichgültig.

Auch schwere Zeiten haben die Verpflichtung, ihre Minuten im Sechzigsekundentakt ordentlich einzuhalten.

Wenn unüblich üble Ereignisse nichtüblen Menschen zustoßen, müssen unüble Ereignisse deshalb nicht zwangsläufig den Übelsten passieren.

Wer das versteht, was eigentlich nicht gemeint war, meint am Ende, das Richtige falsch verstanden zu haben, sofern er keine Bestätigung über die Richtigkeit seines Denkumweges erhält.

Die Wahlkandidaten, die es schaffen, sich vor der Wahl noch durch das neue Parteiprogramm tapfer durch zu denken, verzichten nicht selten dann kurzfristig auf ihre Kandidatur.

Ein besonderes Zeichen wahrer politischer Macht ist es, alle Macht jederzeit zur Verfügung zu haben, sie voll nutzen zu können und dennoch so weise zu regieren, dass ihr Gebrauch niemals nötig wird.

Wer einem sehr feinen, uralten Adelsgeschlecht entstammt ist genetisch nicht zwangsläufig dazu verdonnert, deshalb unintelligent zu sein.

Wer Regeln verletzt, ohne sie besonders gründlich dabei gebrochen zu haben, ist in gewisser Weise ein Dilettant.

In den verzerrten Karikaturen scheinbar neurotischer Künstler liegt manchmal eine unbarmherzige Wahrheit, die man unter dem Aspekt einer bisher nicht öffentlichen Ehrlichkeit betrachten sollte.

Auf dem Humus des unheilvollen Zorns eines Abgeordneten, wuchert manchmal der Samen einer unangenehmen Wahrheit.

Wer in den Vordergrund seiner Gegenwart treten will, sollte nie vergessen, dass der Hintergrund seiner Vergangenheit in seinem Schatten gespeichert bleibt.

Wenn die familiäre Atmosphäre so dicht geworden ist, dass Eisen darin schwimmen kann, ist es an der Zeit die emotionalen Zimmer zu lüften.

Wer glaubt, dass durch den Trauschein die Ehe so unzerstörbar ist wie eine Wasserstoffbrückenbindung, der kennt noch nicht die Halbwertzeit von Liebesatomen.

Wer über alles und nichts lächelt, ist entweder sehr weise oder sehr dumm.

Kreative Differenzen eignen sich hervorragend dazu, im bestehenden Chaos erste zarte Ordnungsstrukturen zu erkennen.

Während das Eis der Gletscher mehr und mehr schmilzt, türmt sich der Eisberg der Gleichgültigkeit gegen die Naturzerstörung immer höher auf.

Wenn Aktien aufgrund emotional gesteuerter Börsenneurosen mal wieder in den Kellen stürzen, hat sich so etwas wie eine trockene Verdunstung ereignet.

Die lokale Bösartigkeit im einzelnen Menschen hat die inhärente Tendenz, zur globalen Feindseligkeit auszuufern.

Manche Helden zeichnen sich dadurch aus, dass sie lieber ein Leben retten als viele, weil sie im Affekt eine kleine mathematische Gleichung übersahen.

Wenn die Zeit es nicht mehr sonderlich eilig hat, ist dies ein erstes Indiz dafür, dass sich im Raum die Trägheit ausbreitet.

Das Unbestimmte bestimmt man zumeist durch die Abwesenheit des Bestimmten, wie wohl es sich selbst als Unbestimmtes vermutlich selbst als Bestimmtes bestimmt, sofern es in der Lage ist, sich selbst zu bestimmen.

Wem zu strahlen bestimmt ist, strahlt auch durch die dicken Schichten von Armut, Krankheit und Not.

Die Regelmäßigkeit unserer unregelmäßigen Treffen ist so unplanbar geworden, dass sie damit fast schon wieder zu einer fest kalkulierbaren Größe wird.

Wer so große Gedanken denkt, dass er für deren Beendigung mehrere Leben bräuchte, tut gut daran zur Schlichtheit seiner ersten Gedankenfäden zurückzukehren.

Wenn sich das alltägliche Chaos neuerdings in Ordnung maskiert, sollte man weniger die neue Ordnung als vielmehr den Maskenbildner hinterfragen.

Wer auf eine Oder-Frage mit „ja“ antwortet, verneint damit das Nein als mögliche Zustimmung.

Die Existenzberechtigung eines kühl kalkulierenden rationalen Denktypus ergibt sich aus der Notwendigkeit, dass jemand da sein muss, der im Falle einer spontanen Massenhysterie ganz sachlich und klar den Urin aus dem Schuh der schier Verzweifelten schüttet.

Unter den Menschen existieren Kommunikationsformen, die dazu angetan sind, wesentlich schneller als gesprochene Sprache abzulaufen, jedoch nicht dazu verführen sollten, nun schnell in die Joggingschuhe zu springen.

Wenn in hingebungsvoll gepflegten Gärten Gärtner nichts Unerwünschtes am falschen Platz wachsen lassen, kann es passieren, dass an anderem Platz das Unerwünschte spontan ins Kraut schießt.



Wenn historische Strukturen zerbrechen, kann die Zukunft ihre Geburt in der Gegenwart feiern. Wenn du dich am sicheren Ufer fühlst, kann es sein, dass der Strom sein Bett schon wieder verändert hat.

Wer die kleinen Freiräume des Alltags noch verteidigen muss, mag sich zwar in kleinen Räumen befinden, die jedoch nicht wirklich frei waren.

Sobald man einen Moment als perfekt erlebt, kann der nächste Moment nur ein Rückschritt sein.

Den Schlüssel zum Gefängnis der Logik findest du im offenen Schrank der Akausalität.

Der Sinn aller Philosophien liegt darin, dass man das Einfache nur deshalb in die Unendlichkeit der Komplexität überführt, um die sich daraus ergebenden Fragen mit einfachen Wahrheiten zu beantworten.

Die Wichtigkeit jeder Priorität ist nichtig, wenn man begreift, dass alles wie alles andere ist gleich wichtig.

Wenn beim Blickduell zwischen zwei Augen der Argwohn lodert, wird der Klügere seinen Blick in Richtung Herz senken.

Die Funktion der Hülle entspricht im Wesentlichen der Aufgabe des Kerns.

Die menschliche Natur endet meist dort, wo das Unmenschliche seine Geburt beginnt.

Wer meint, etwas oder jemand sei nicht an seinem richtigen Platz, übersieht zumeist die Akausalität im Motiv des Platzhalters.

Eine der sonderbarsten menschlichen Schöpfungen ist die Erfindung der Langeweile, die die hoffnungsvolle wenn meist auch unbewusste Weisheit in sich trägt, dass Zeit endlos durch die Ewigkeit zur Verfügung steht.

Viele Menschen sind unentwegt damit beschäftigt, die Bilder der Vergangenheit den Perspektiven der Gegenwart anzupassen, statt mit den inneren Bildern schon mal die Zukunft im Jetzt zu verändern.

Wer sich ernsthaft dem Studium des Wesens der Zeit widmet, erfährt früher oder später seinen eigenen Katapult aus derselben.

Manche Kinder brauchen weniger die Disziplin eines Klassenzimmers als die einer nachahmungswerten Autorität.

Wenn sich die Leere im Kopf auf die Jagd nach der Nachdenklichkeit macht, sollte man sich auch von zaudernden Chefs nicht aufhalten lassen.

Die Wunden aus der Realität näht der Metaphysiker mit dem Zwirn transzendenter Heilsversprechungen.

Eine Augen-Operation ist dringend angezeigt, wenn das Schielen einer Person einen Grad erreicht hat, der den Patienten mit mindestens einem Auge in die eigene Nase schauen lässt.

Charaktere, die sich durch eine naiv-tapfere Dummheit auszeichnen, halten das Gleichgewicht der Welt in der Waage, wenn sie sich mit Charakteren zusammen tun, die über eine raffiniert-feige Klugheit verfügen.

Der Umstand, das Wichtige vom Montag am Mittwoch für nichtig zu erklären, deutet nicht zwangsläufig auf eine sprunghafte Natur, sondern unter Umständen auf die geniale Fähigkeit schneller Erkenntnis, die spontan Prioritäten verschieben lässt.

Im Gewordenen liegen die Erfahrungen deiner Vergangenheit.
Im Werden liegen die Chancen deiner Zukunft.
Im Sein liegt deine Ewigkeit.

Über "ZEIT" sollten wir ernsthaft nachdenken, wenn es uns wahrhaft als möglich erscheint, dass die Unendlichkeit nur im Plural zu fassen ist.

Den Schwachen zu tadeln heißt, seine Schwäche zu stärken!

Der Weise weist das Machtgelüst als für ihn unverdaulich ab und nährt sich lieber mit Bescheidenheit.

Optimisten sind Menschen, die den ärgsten Pessimisten fröhlich ertragen können.

Mit großem Freiheitsdrang hast du dich aus deiner engen Partnerschaft gekämpft und kerkerst dich nun ohne Not in große Einsamkeit.

Eine Ironie der Weltenweisheit ist es, dass die Intellektuellen der Erde oftmals so haarscharf an ihrer Intelligenz vorbeidenken.

Früher wurde die Welt mit Feuer und Schwert erobert; heute erobert man sie am schnellsten mit Warentermingeschäften. Die Chance zum Siegen und Verlieren ist so ziemlich gleich geblieben.

Die politischen Diktatoren der Welt erkaufen sich ihre Macht durch Unterdrückung. Die wirtschaftlichen Diktatoren der Welt unterdrücken ihr Volk durch die Käuflichkeit.

Kreative Menschen denken in Bildern und zaubern durch ihre Imaginationen Kunst und Kultur in das Wachsen der Menschheit.

Wenn deine ausgebuffte Rhetorik so in die Dialektik übergeht, dass keiner mehr etwas versteht, dürfen deine Argumente ruhig auch ein wenig irre sein.

Ultraradikal gehst du in Gedanken gegen deine Feinde vor. Und wenn du ihnen dann begegnest, bewegen deine Lippen kleine feige Freundlichkeiten.

Tapfer glaubst du an dein Gutsein, weil eine kleine Spende, die keine Not dich kostete, ein Zeugnis für dich ist, dass du im Privileg des Gebenden jetzt lebst.

ich im Ernst: Bist du noch echt, oder bist du schon ein Klon?

Kinder sind werdende Götter, sofern die verhinderten Götter, die nun erwachsen sind, je jemals ernsthaft göttlich werden lassen.

Manche Heiratswillige sind Menschen, die in unverbrüchlicher Naivität daran glauben, dass Mann und Frau irgendwie zusammenpassen.

Manche Erfinder sind Menschen, die Dinge erfinden, die niemand braucht und die auch niemand jemals haben wollte.

Manche Quasselstrippen sind Menschen, die mit leeren Wortgeschossen verheerender sind als alle Armeen der Welt.

Manche Ehemänner sind Menschen, die ihren treuesten Zechkumpan am besten gleich geehelicht hätten.

Manche Mütter sind Menschen, deren Kinder im Zoo eine vermutlich natürlichere Erziehung bekämen als unter der Fuchtel der Gesellschaftsnorm.

Manche Verrückte sind Menschen, die sich außerhalb geschlossener Anstalten als absolut normale Durchschnittsbürger gebärden. Eine unvollständige Wahrheit unterscheidet sich von der vollen Wahrheit unter anderem auch durch die Faktoren Neugierde, Nachfrage und Zeit.

Umlenkung braucht eine alternative Richtung. Ablenkung braucht die Manipulation der Aufmerksamkeit.

Bei wichtigen Entscheidungen sollte man den Frequenzabgleich zwischen Hirn und Kehlkopf nicht versäumen.

Eine harte Nuss knackt man nur dann, wenn man mit der Hammermethode nicht gleich auch den Kern mit erschlägt.

Das Gedächtnis behält alles, jedoch erinnert sich der Mensch meist nicht daran.

Weitere Aphorismen aus dem umfangreichen Gesamtwerk können angefordert werden bei Christa Schyboll - www.christa-schyboll.de.


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