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Dietrich Bonhoeffer

Dietrich Bonhoeffer wurde 1906 in Breslau (heute: Wroclaw/Polen) geboren. Er und seine Zwillingsschwester Sabine waren Kinder des Professors für Psychiatrie und Neurologie Karl Bonhoeffer und dessen Ehefrau Paula (geb. von Hase). 1912 zog die Familie nach Berlin.

Von 1923-1927 studierte Bonhoeffer evangelische Theologie in Tübingen, Rom und Berlin. 1927 promovierte er in Berlin mit der Arbeit "Sanctorum communio. Eine Untersuchung zur Soziologie der Kirche". Nach dem Ersten Theologischen Examen 1928 absolvierte er sein Vikariat in Barcelona. 1930 legte er das Zweite Theologische Examen ab und habilitierte sich. Anschließend studierte er am Union Theological Seminary in New York.

Von 1931-1933 war Bonhoeffer Privatdozent an der Universität Berlin und Studentenpfarrer an der Technischen Hochschule. In dieser Zeit lernte er den Theologen Karl Barth kennen. 1933 ging Bonhoeffer nach Großbritannien und betreute bis 1935 die deutsche evangelische Gemeinde in London-Sydenham. Auf der ökumenischen Tagung auf Fanö (Dänemark) warnte er 1934 in einer vielbeachteten Friedensrede vor der drohenden Kriegsgefahr.

Von 1935-1937 arbeitete Bonhoeffer für die "Bekennende Kirche", die die NS-Rassenideologie entschieden ablehnte. Er leitete das Predigerseminar der Bekennenden Kirche in Zingst und Finkenwalde (bei Stettin). 1936 wurde ihm die Lehrerlaubnis entzogen, 1937 ließ ein Erlass Heinrich Himmlers das Seminar schließen. Bonhoeffer setzte die Ausbildung jedoch im Untergrund fort.

1939 lehnte Bonhoeffer eine Berufung in die USA ab und kehrte kurz vor Beginn des Zweiten Weltkriegs nach Deutschland zurück. Über seinen Schwager Hans von Dohnanyi erhielt er Kontakt zum militärischen Widerstand um Admiral Wilhelm Canaris und arbeitete im Amt Ausland/Abwehr des Oberkommandos der Wehrmacht. Über ökumenische Kontakte versuchte er, Verbindungen zwischen dem deutschen Widerstand und westlichen Regierungen herzustellen.

1943 verlobte sich Bonhoeffer mit Maria von Wedemeyer. Kurz darauf wurde er von der Gestapo verhaftet. Von 1943-1945 war er in verschiedenen Gefängnissen und Konzentrationslagern inhaftiert. Nach dem gescheiterten Attentat vom 20. Juli 1944 wurde seine Beteiligung am Widerstand bekannt.

Im April 1945 wurde Bonhoeffer in das Konzentrationslager Flossenbürg gebracht. Dort wurde er am 9. April 1945, kurz vor der Befreiung des Lagers durch amerikanische Truppen, gemeinsam mit Wilhelm Canaris und General Hans Oster von einem SS-Standgericht zum Tode verurteilt und hingerichtet.

Zitate von Bonhoeffer

Es gibt erfülltes Leben trotz vieler unerfüllter Wünsche.

Nicht in der Flucht der Gedanken, allein in der Tat ist die Freiheit.

Wer Ostern kennt, kann nicht verzweifeln.

Die Liebe will nichts von dem anderen, sie will alles für den anderen.

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Tag

Dieser Tag ist die Grenze für unsere Sorgen und Mühen.
Denn dieser Tag allein ist schon lang genug.
Dieser Tag ist lang genug,
um zu verletzen oder zu heilen.
Dieser Tag ist lang genug,
um den Glauben zu bewahren oder in Schande zu fallen.
Dieser Tag ist lang genug,
um Gott zu finden oder zu verlieren.
In der ganzen Weltgeschichte
gibt es nur eine wirklich wichtige Stunde:
die Gegenwart dieses Tages

Bonhoeffers Glaubensbekenntnis von 1934

Ich glaube,
dass Gott aus allem, auch aus dem Bösesten,
Gutes entstehen lassen kann und will.
Dafür braucht er Menschen,
die sich alle Dinge zum Besten dienen lassen.
Ich glaube,
dass Gott uns in jeder Notlage
soviel Widerstandskraft geben will,
wie wir brauchen. Aber er gibt sie nicht im voraus,
damit wir uns nicht auf uns selbst,
sondern allein auf ihn verlassen.
In solchem Glauben müsste alle Angst
vor der Zukunft überwunden sein.
Ich glaube,
dass Gott kein zeitloses Fatum ist,
sondern dass er auf aufrichtige Gebete
und verantwortliche Taten wartet und antwortet.

Hoffnung

Wenn schon die Illusionen bei den Menschen
eine so große Macht haben,
dass sie das Leben in Gang halten können -
wie groß ist dann erst die Macht,
die eine begründete Hoffnung hat?
Deshalb ist es keine Schande, zu hoffen,
grenzenlos zu hoffen!

Lieder von Dietrich Bonhoeffer

Von guten Mächten wunderbar geborgen

Mein absolutes Lieblingslied von ihm. Er wurde im Dezember 1944 in der Gestapo-Haft verfasst und es ist sein letzter erhaltener theologischer Text vor seiner Hinrichtung am 09.04.1945.

Von guten Mächten treu und still umgeben,
behütet und getröstet wunderbar,
so will ich diese Tage mit euch leben
und mit euch gehen in ein neues Jahr.

Noch will das Alte unsre Herzen quälen,
noch drückt uns böser Tage schwere Last.
Ach Herr, gib unsern aufgeschreckten Seelen
das Heil, für das du uns geschaffen hast.

Und reichst du uns den schweren Kelch, den bittern
des Leids, gefüllt bis an den höchsten Rand,
so nehmen wir ihn dankbar ohne Zittern
aus deiner guten und geliebten Hand.

Doch willst du uns noch einmal Freude schenken
an dieser Welt und ihrer Sonne Glanz,
dann wolln wir des Vergangenen gedenken,
und dann gehört dir unser Leben ganz.

Lass warm und hell die Kerzen heute flammen,
die du in unsre Dunkelheit gebracht,
führ, wenn es sein kann, wieder uns zusammen.
Wir wissen es, dein Licht scheint in der Nacht.

Wenn sich die Stille nun tief um uns breitet,
so lass uns hören jenen vollen Klang
der Welt, die unsichtbar sich um uns weitet,
all deiner Kinder hohen Lobgesang.

Von guten Mächten wunderbar geborgen,
erwarten wir getrost, was kommen mag.
Gott ist bei uns am Abend und am Morgen
und ganz gewiss an jedem neuen Tag.

Du führst uns freundlich

Ref.: Du führst uns freundlich durch die Zeiten,
führ uns immer näher zu dir.
Du wirst uns auch weiter begleiten.
Auf dich allein vertrauen wir.

Du schenkst uns
noch einmal ein neues Jahr.
Es liegt vor uns
wie unberührtes Land.
Nur tastend wagen
wir den ersten Schritt
und unsre Hände
suchen deine Hand.

Es scheint uns
noch dunkel, dies neue Jahr,
verhangen hinter
grauer Wolkenwand.
Wohin nur steuert
deine schöne Welt?
Herr, unsre Hände
suchen deine Hand.

Was um uns her geschieht,
macht uns große Not,
doch Licht umsäumt der
dunklen Wolken Rand.
Herr, du bist bei uns
bis ans End der Welt.
Wir wollen vorwärts
gehn an deiner Hand.



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