Madeleine Papst

Ein Mensch, so zart, so unberührt,
den Kopf voller Gedanken,
voller Ideen,
die endlos entstehn´,
doch die Realität der Gesellschaft weist ihn in die Schranken….
ein Mensch, so frei, so unberührt,
wie er das Leid der Anderen spürt,
ist ein Gefährte in der Not, ist ein Freund, ist nah, wenn doch fern,
keinen Gedanken an sich selbst verschwendend,
lieber würd´ er sich sehen verendend,
als einmal nur auf sich zu blicken,
ein Andrer´ tät schon längst erschricken,
doch furchtlos schreitet er voran, voller Mut und voller Tatendrang,
ein Herz aus Gold scheint er zu besitzen,
Niemand vermag es zu stibitzen.


Ein Mensch, so rein, so voller Mut,
die Welt ist blind, es zu erkennen,
es wird gesehen, die äußere Kluft,
doch das was er ist, bleibt unerkannt,
ein Held für sich;
wie soll ich es denn bloß benennen?
Sein Wesen, es ist eingeschlossen,
einzig, sein Auftreten bekannt,
wer vermag das Tor zu öffnen, zu Welten, die so lieblich, fremd und neu, voller Ideen, Gedanken, Hoffnung, Liebe, Freude,
allem Glück?
Weiß er selbst den Weg zurück?
Keiner mag den Einblick wagen,
angesagt ist das Verzagen,
man erwägt die Flucht, keinen Schritt, nicht ein Stück,
auf den Menschen zuzugehen.

Ein Mensch, bleibt voller Ruhe pur,
er blickt gemächlich zum Himmel empor,
in seinem Inneren ist er er,
doch wer ist er hier?
Ist er er? Will er es sein? Wo doch alle blind und taub sich stelln´?!
Er vermag nicht aufzugeben, er besteht auf sein Bestreben,
die Welt zu ändern in ihrem Kern,
der Menschheit die Augen zu öffnen,
es scheint zu fern.

Ein Mensch, er denkt niemals an sich,
er erwägt, des Bösen zu verhindern,
obwohl er kaum das Leid kann lindern,
er lässt nichtmal den Feind im Stich;
ein Mensch, der wirklich sehen mag,
erntet mit Sicherheit Ertrag,
ein Mensch, der auf sich selbst vertraut,
ihm wird kein Weg werden verbaut!
Immer einen Pfad verfolgend,
seinem Geist vollständig vertrauen,
auf die Hoffnung immer bauen
und auf die Freundschaft in allen Tagen,
nicht verzagen, alles wagen;
des Lebens´ Sinn ist schlichtweghin das Leben zu genießen,
wenn der Wind weht, Blumen sprießen,
Menschen lachen, Freude haben, der Seele Lust an Schönem laben.
Hat er es verstanden?


Welch´ Einsamkeit hier am herrschen ist. So viele Menschen sind versammelt,
doch ihr Seelenglück vergammelt,
des Lebens´ Sinn wird nie vermisst.
Welch´ Traurigkeit, und alle lachen,
weil sie ihr eignes Ich verachten,
warum sich selbst hier bloß entfachen,
wenn Alle schein´ nur Hass zu achten?
Welch´ Leid in ihren Augen ist, und ihre Gesichter sprechen Bände,
wer die Fahn´ des Irrsinns hisst, es sind ihre eignen Hände….
Und stolz sind sie, in ihrem Wahn, so stolz und blind,
so einfach ist es mitzugehen, nicht etwas für sich durchzustehen,
geschweige für eine andre´ Gestalt,
warum einen schweren Pfad gehen, wenn immer einfach mitziehn galt?

Doch, ein Jemand ist inmitten des Wahns….
Er steht auf,
steht nun gerade in dem Wirrwarr und blickt starr
doch überzeugt nach vorne…
gedenkend seines Plans, sein Leben zu leben
und nicht dem Strom der Massen beizuwohnen,
mag es Kraft und Trauer kosten, er wird letztendlich sich selber schonen….
scheint er es zu wissen, wonach alle suchen?
Sie sehen ihn nicht einmal an, weil sie nur einem Schein vertrauen,
Treten ihn noch hinzu, um ihr eigen Glück vermeintlich zu buchen,
und vergessen dabei auf ihre eigen Gedanken zu bauen….
Er bleibt stehen, allein in dieser Welt, bleibt stehen, glaubt an sich,
er lächelt, während er getreten wird, glaubt an die Zeit in der es Glück gibt unzich….
Und alles wird schwarz, die Jahre vergehen, die Tritte vergehen nicht,
er blickt nach vorne, es gibt nichts, was seinen Willen bricht….
Die Menschen ziehn´ in Scharen vorbei, denken, sie sind frei,
und er weiß, ER ist es, wenn auch allein,
blutend, gedemütigt, gehemmt in seinem Tun,
und sie sind es nicht.
Die Zeit verstricht….

Die Menschen bleiben stehen, wie viele Jahr´ mussten vergehen,
bis sie ihn versuchten zu verstehen?
Sie sahen ihn nicht einmal, wollten nichts sehen, einfach den Weg des Lebens versuchen zu gehen….
Aber Anderen dabei in die Augen zu schauen, das ist Leben.
Er lächelt unentwegt, ist bestrebt, niemals einen anderen Weg zu beschreiten,
seine Gedanken drohen stets davon zu gleiten…
Und er lässt ihnen ihr Tun, wobei dabei seine Augen und sein Lächeln niemals ruhn´…..
Er steht ruhig in dem ganzen Geschehen, und erblickt etwas Anderes inmitten der Blindheit,
etwas, wie nur er es sehen kann, an dem die Welt auch vorbei gezogen all die Jahr´…
und es ist nun an der Zeit, dem wird sein Geist gewahr,
nicht mehr stehen zu bleiben, voran zu schreiten,
doch langsam und nicht mit der Mehrheit,
sich ein wenig auszubreiten,
so, wie er gefeit.

Und er öffnet sich, wäre er ein Schmetterling, so wäre er der schönste von allen,
und allen würde er gefallen, dem ganzen Schwarm von denen, deren Gedanken nirgends wiederhallen….
Er öffnet sich, geht voran, langsam, doch er öffnet die Arme. Sein Herz war doch stets offen für alle,
doch niemand sah es, weil ihres in der Gesellschaft´s Krallen….
Er blickt zum ersten Mal in sich. Und ist endlich wirklich frei,
Obwohl die Zeiten nicht anders, das Leid nicht vorbei,
er sieht sich und lächelt.
Er blickt in den Spiegel, das Bild, das doch nicht er, und reicht seine Hand.

Sobald ich den Blick schweifen lasse,
ist nur eines zu ersehen:
Dass ich es kaum fasse…
die Ferne und Unendlichkeit,
Leben ist doch wohl gescheit,
ich lass es gern mit mir geschehen;
ohne Augen auch mal sehen!
Ohne Vorurteile zu verstehen, auch mal andre´ Wege gehen.
Es ist nur etwas klar: Das Lächeln meinerseits ist da,
das ist wahr, immerdar!

Wenn ich sitz in langer Stille,
so ist alles voller Zartheit,
wo ein Weg ist, ist ein Wille,
darob weiß ich wohl Bescheid!
Ich lausche der Unendlichkeit
deren Schönheit,
die nie vergeht, kaum ein Jemand versteht;
wie schad, dass das Begreifen nicht vonstatten ging,
welch´ Unding,
dass, egal wie alt man ist, man so ist, wie man es in stillen Momenten spürt;
dass egal wer man zu sein scheint, man der ist, als den man sich in seinem Inneren berührt!
Oder berührt werden mag, ein Jeder verdient einen solchen Tag;
denn wir sind alle schwach und gleich,
unser Innerstes uns selbst ein unbekanntes Reich;
was wir selbst nicht sehen, wird man bringen zum verstehen und geschehen.

Denn im Leben hegen wir stets das Bestreben, uns so zu geben,
wie wir es mögen,
doch fühlen wir uns dazu bewogen, den Weg Anderer mitzugehen,
in der Hoffnung auf unseres Verstehen;
und in der Trauer über unser Tun,
hört unser Herz nie auf,
in Depression zu ruhn´.
Mag der Sinn des Lebens sein zu finden, in der Liebe zu sich selbst,
so wie man Andere liebt?
Oder ist es etwas Ähnliches, dass einem die Lösung für dieses Leben gibt?

Egal, wie alles äußerlich,
ich sehe DICH, ich sehe MICH,
und bin erpicht, dies zu tun, bis ans Ende der Zeit,
wenn du bereit.
Und, wenn die Welt zusammenfällt,
ich stehe mit geradem Blick nach vorn gerichtet weiterhin hier,
lausche der Welt
und dir.

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