Clemens von Brentano

Clemens von Brentano 1778-1842.

Singet leise, leise, leise,
Singt ein flästernd Wiegenlied
Von dem Monde lernt die Weise,
Der so still am Himmel zieht.

Singt ein Lied so süß gelinde,
Wie die Quelle auf den Kieseln,
Wie die Bienen um die Linde
Summen, murmeln, flüstern, rieseln.

Die Rose blüht

Die Rose blüht,
und lacht vor andern Rosen,
Mit solcher Huld,
und Liebesmildigkeit,
Daß gern mein Sinn sich
zu der Pflicht erbeut,
Mit andern Blumen
nie mehr zu liebkosen,
Weil alle Liebe, die erglüht,
Aus dir, du Rose blüht

Der goldne Tag ist heimgegangen

Der goldne Tag ist heimgegangen
Ich sah ihn über die Berge ziehn,
Und all mein sehnendes Verlangen
Floh mit ihm hin.

Bunt ist wohl um des Jünglings Hüften
Der schimmernde Mantel hingewallt,
Und leise in den Himmelslüften
Sein Lied verhallt.

Ich sah wohl die glühenden Locken
Am Berge wehn,
Oben ihn stehn,
Und freundlich goldne Flocken
Auf die Bahn hinsäen,
Drauf weiter zu gehen.

Da breitet das Leben
Die Schmetterlingsflügel,
Am duftigen Hügel
Ihn hoch zu erheben,
Uns nochmals zu geben.

So traurig saß er oben
Im Purpurzelt,
Und grüßt' die Welt:

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